Sicherlich haben die Allermeisten von euch schon ein Free 2 Play Spiel gespielt. Warum der größte Teil überteuerter Betrug ist und wie die Tricks der Entwickler/Publisher aussehen, möchte ich euch in diesem Artikel erklären.


 

Free 2 PlayDer Pseudo Begriff Free 2 Play

Free 2 Play (kurz: f2p) ist ein mögliches Bezahlmodell für diverse Onlinespiele. Meistens sind es MMORPG’s, Browserspiele oder auch Multiplayershooter. Übersetzt bedeutet es: „kostenlos zu spielen“, wobei die 2 für „to“ steht, was genauso ausgesprochen wird wie die Zahl im Englischen „two“. Und genau mit dieser schwammigen Bedeutung wird man als Spieler gelockt, denn „Hey, es ist kostenlos!“. Es stimmt zwar dass man diese Spiele kostenlos spielen könnte, was aber nicht heißt, dass man nie Geld ausgeben wird.

 

Spekulation

Da keiner etwas zu verschenken hat, besonders nicht nach langen und kostenintensiven Entwicklungsarbeiten, müssen die Entwickler/Publisher irgendwie an Geld kommen. Hier kommt der sogenannte „Itemshop“ ins Spiel. Dieser ist unabhängig vom eigentlichen Spielgeschehen und dient zum Verkauf von Gegenständen, welche vom Entwickler bereitgestellt werden. Das Besondere: Man kauft hier nicht für im Spiel erarbeitete Währung, sondern für echtes Geld. Die Preise fallen dabei recht happig aus. Verkauft werden Gegenstände die einem helfen schneller voran zu kommen, das langweilige Aussehen verschönern oder jemanden durch bessere Ausrüstung direkt stärker machen.
„Gut, dann kauf ich einfach nichts für echtes Geld und spiele es vollkommen kostenlos!“ – denken sich viele. Der Trick dabei ist aber, dass man das Spiel so gestaltet, dass die Kunden indirekt dazu genötigt werden etwas zu kaufen. Das geht bei ständiger Werbung für den Shop los und endet beim Spieldesign, welches einem das Spiel ohne den Itemshop so erschwert, dass man einfach besser voran kommen möchte und endlich das echte Geld hinlegt.

 

Aller Ende ist schwer

Eine Technik, welche sich gerade nur dazu anbietet das Geld einzutreiben, ist das Levelsystem. Bei MMORPG’s seit jeher dabei und bei Shootern seit einigen Jahren auch oft gesehen, ist das Levelsystem eine Fortschrittsanzeige. Man fängt mit seiner virtuellen Persönlichkeit auf Level 1 an und kämpft sich durch Aufgaben auf ein höheres Level durch. Je höher die Stufe des Charakters, desto stärker ist man in der Regel auch. Ein System das süchtig macht, denn jedes neue Level ist ein Erfolgserlebnis für den Spieler. Neben der höheren Zahl der Stufe schaltet der Spieler auch viele Dinge frei. Wo diese Erfolgserlebnisse am Anfang recht oft auftreten, werden sie später immer seltener. Und genau hier springt der Itemshop an. Während man anfangs noch jede halbe Stunde sein Erfolgserlebnis hatte, dauert es dem Ende entgegen immer länger. Wenn man jetzt 8 Stunden lang spielt und immer noch sehnsüchtig auf sein nächstes Erfolgserlebnis wartet, dann sieht doch so ein Erfahrungstrank, der den Prozess um einiges schneller macht, doch sehr interessant aus, oder?

Dies war allerdings nur ein Beispiel. Es gibt noch mehr Tricks, wie man unterbewusst dazu genötigt wird sein Geld hinzulegen.

 

Der Trick mit dem Wert

Nicht nur beim Erwecken von Bedürfnissen wird zur Trickkiste gegriffen, sondern auch beim Bezahlen als solches. Der Entwickler/Publisher versucht hier den wahren Wert eines Gegenstandes zu vertuschen. Man bezahlt nie in Euro oder Dollar, sondern mit einer virtuellen Währung die man sich vorher extra kaufen muss. So kostet der Erfahrungstrank keine 3€, sondern 60 Diamanten (virtuelle Shop-Währung). Auch wenn der Geldbetrag zum Schluss der selbe ist, hat man dadurch nicht wirklich das Gefühl echte Euro hingelegt zu haben.
1. Wird versucht den wahren Geldwert zu vertuschen. 2. Hat der Kunde kein so schlechtes Gewissen beim Ausgeben der gekauften virtuellen Währung.

 

Ein faires Modell

Ein faires Free 2 Play Modell bedeutet für den Entwickler/Publisher weniger Umsätze. Die Spieler dürften keine großen Nachteile haben, wenn sie den Itemshop nicht benutzen wollen. Nur müssen natürlich auch Angestellte und Serverkosten auf Dauer bezahlt werden, von den bisherigen entstandenen Kosten ganz zu schweigen. Was außerdem wichtig ist: Alle Itemshop Gegenstände dürften nicht Shop-exklusiv sein. Das heißt, man muss auch mit normaler Ingame Währung (durchs Spielen erhalten) sich die Gegenstände kaufen können. „Gibt es faire Free 2 Play Modelle?“ – Ich kenne nur sehr sehr wenige.

 

Möchtet ihr, dass ich einen weiteren Artikel zu Free 2 Play schreibe und noch mehr Tricks erkläre?